Hier kommt das Training für eure Ohren

Für eure Muskeln sind wir an anderer Stelle aktiv. Hier kümmern wir uns um eure Seele – mit dem, was sich beim Sport zu hören lohnt

Musik

Heartbeats per Minute

heißt unsere erste Playlist – und die ist so bunt wie ein Laubwald im Herbst: Ihr hört Superstars wie Bruno Mars und Alicia Keys, Kultmusiker wie Michael Kiwanuka und Wir Sind Helden, aber auch eine türkische Ode an das Leben – und, jawohl: ABBA. Und was „Dancing Queen“ mit der Königin von England zu tun hat, erfahrt Ihr hier auch gleich noch.

Läuft doch!

Axel Bosse ist einer von den Guten, einer, der Anteil nimmt. Auch an Dingen, die in seiner Familie passieren. Zum Beispiel, als seine Nichte zum ersten Mal verliebt war – und ihr Vollidiot von Freund Schluss gemacht hat. Per SMS! Statt Händchenzuhalten hat Onkel Aki sich hingesetzt und einen Song für das Mädchen geschrieben, so von wegen: Ey, hör auf zu heulen, der Typ ist keine Träne wert, und überhaupt: „Jede Liebe wird irgendwann ans Licht kommen“. So geht das in „So oder so“, und mit diesem Stück beginnt unsere neue Playlist. Auch mit dabei: Was Neues von Asaf Avidan, Joy Denalane und Alanis Morisette, was Altes von den Lemonheads und Travis und viel anderes tolles Zeugs. Das hält Euch auf Trab, versprochen!

Mit Seele

Herzlichen Glückwunsch: Der Soul-Klassiker „Signed Sealed Delivered“ von Stevie Wonder ist in diesem Jahr 50 geworden, es ist eines der meistgespielten Stücke des Genres. Und einer der Lieblingssongs von Barack Obama – er ließ das Ding immer nach Wahlkampfauftritten spielen und war sein persönlicher Klingelton auf dem Handy seines Topberaters im Weißen Haus. In dieser Soul-Playlist sind auch noch ein paar andere Highlights aus der großen Motown-Zeit, von Martha Reeves etwa oder Al Green oder das fantastische „Ain’t No Mountain High Enough“ (was natürlich Eure Tageslosung ist, Leute!) von Marvin Gaye und Tammi Terrell. Aber auch Seelen-Musik aus unseren Tagen. Checkt es aus!

Auszeit

So, Leute, Genug gehasselt für den Moment, jetzt legt Ihr Euch mal schön auf den Rücken, guckt die Zimmerdecke oder den blauen Frühherbsthimmel an und entspannt. Wir liefern hier den Soundtrack dazu – ruhige Musik von Legenden wie Adele, Paul Weller oder Donovan. Von Indie-Helden, ganz vorn Bombay Bicycle Club und London Grammar. Und dann wäre da noch Gudrun Mittermeier. Die ist einerseits die Frau des Comedian Micheal M., andererseits aber auch eine fantastische Musikerin. Jahrelang hat sie als Somersault schönen Pop mit englischen Texten gemacht. Vor ein paar Jahren war sie wieder im Studio und hatte gerade die Aufnahmen zu einem neuen Album beendet, lief alles super, und es war noch Zeit. Und weil alles so schön war und Gudrun in aufgeräumter Stimmung, stellte sie sich ans Mikro und sang eines der Stücke von eben noch mal in freier bayerischer Stehgreifübersetzung  nach. Sollte Quatsch sein, aber die Leute im Studio schwiegen ergriffen danach. Einer sagte: Das ist ja viel besser so. Das bist viel mehr du. Also übersetzte sie flugs alle Songs ins Idiom ihrer bajuwarischen Heimat und nahm das ganze Zeug noch mal neu auf. Somersault war fortan Geschichte, und Gundrun singt seither nur noch in der Sprache, mit der sie aufgewachsen ist. Warum? Bedarf keiner weiteren Erklärung, wenn man „Hoam“ einmal gehört hat.

Podcasts

Lage der Nation

Die Zeiten sind unübersichtlich, die Welt nicht so leicht zu verstehen. Gut, wenn man zwei Typen hat, die in einem wöchentlichen Podcast ziemlich gut, unterhaltsam und meinungsstark erklären können, was eigentlich gerade in Politik und Gesellschaft Phase. Genau das machen der Journalist Philip Banse und der Jurist Ulf Buermeyer seit ein paar Jahren. Die beiden sind so ziemlich das Beste, was der Lage der Nation passieren konnte.

Fussball MML

Zugegeben: Das hier ist alles andere als ein Geheimtipp. Aber wer die wöchentliche Nachbetrachtung zur Lage der Fussballnation noch nicht kennt, sollte das schleunigst ändern. Der Autor Lucas Vogelsang, der Radiomann Maik Nöcker und Multijobber Micky Beisenherz erörtern auf höchst amüsante Art, warum Lucien Farvre nutzlos, der HSV hoffnungslos und Bayer Leverkusen die eigentliche Nummer 1 in Deutschland ist. Highlights sind dabei die Promiparodien des notorisch schlecht vorbereiteten Micky, von Hoeness über Basler bis Callmund. Ach ja, und die drei treffen verlässliche Vorhersagen: Was immer sie über ein Spiel oder einen Saisonverlauf weissagen – das Gegenteil wird passieren. Ein Must Hear.

Hörbücher

Dicke Freunde von Stephan Bartels

Diesen Geburtstag dürfte Simon Havlicek nicht so schnell vergessen. Nicht bloß, weil es sein 30. ist, sondern auch, weil er seine Freundin inflagranti mit einem Fahrradkurier auf dem Klo ihrer Firma erwischt. Doch sie schiebt die Schuld auf ihn selbst: Er hätte so irre zugenommen und sie damit eigentlich zuerst betrogen. Umständehalber kriecht Simon bei Hotte unter, einem ihm eigentlich unbekannten Kollegen aus der IT, der noch viel dicker ist als er selbst. Gemeinsam begeben sich die beiden in die wundersame Welt der Gewichtsreduktion. Das hat viel Potential für Slapstick und Dramödie, und das schöpft der Autor Stephan Bartels in seinem Debütroman voll aus. Kongenial gelesen wird das Hörbuch von „Dicke Freunde“ von Christian Ulmen. Viel Spaß!

Laufen von Isabel Bogdan

Okay, das hier ist nicht lustig. Es passiert auch nicht viel. Es geht um Tod und Trauer und Wiederaufstehen. Und um eine besondere Art von Mut. Isabel Bogdan hat nicht selbst erlebt, was ihrer namenlosen Protagonistin widerfahren ist – ihr Lebensgefährte stirbt plötzlich und lässt sie mit ihrem Schmerz allein zurück –, aber wie sie deren Entwicklung beschreibt, ist atemberaubend nah und intensiv. Denn diese Frau entdeckt nach einem Jahr der Agonie das Laufen für sich und dessen therapeutische Wirkung für Körper und Seele, und wir lernen: Durch Laufen wird nicht wieder alles gut. Aber alles besser. Tolles (Hör-)Buch.