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Wie heißt es so schön im Sport: Der Angriff gewinnt Spiele – die Abwehr Meisterschaften. Ist auch ein schönes Bild für das, was in unserem Körper passiert. Denn unser Immunsystem schafft die Grundlagen für alles andere.

Hach, das war doch nett gewesen im Oktober. Wollte gar nicht so richtig Herbst werden, warm und sonnig und trocken war’s, die Heizung blieb noch kalt, und wenn man nicht wüsste, dass das auch mit dem Klimawandel… Aber das ist ein anderes Thema. Unseres hat damit zu tun, dass – Stand jetzt – auch der längste Sommer irgendwann vorbei ist. Das merkt man daran, dass im Supermarkt gehustet und im Bus in die Maske geniest wird und das meist nichts mehr mit Corona zu tun hat. November, Dezember und angrenzende Monate: Das ist die Erkältungszeit.

Aber nicht unbedingt für alle. Wie anfällig man für saisonale Atemwegserkrankungen ist, bestimmt vor allem das Immunsystem, hört man ja immer wieder. Aber was ist das eigentlich genau? Wo sitzt das im Körper? Wie funktioniert es?

Lauter gute Fragen.

Also. Das Immunsystem gibt es deshalb, weil die Welt da draußen der Gesundheit grundsätzlich feindlich gegenüber steht. Bakterien, Viren, Parasiten, Pilze – es gibt so unerhört viel Schädliches, was uns einsfixdrei umbringen würde. Gäbe es da nicht diesen unfassbar genialen Abwehrmechanismus in uns. Denn die Aufgabe des Immunsystems ist es, Infektionen zu verhindern, unerwünschte Eindringlinge zu bekämpfen und giftige Substanzen zu eliminieren. Und damit das klappt, braucht es ein generalstabsmäßig koordiniertes Zusammenspiel von haufenweise Zeugs in unserem Körper.

Fangen wir mal mit der Hülle an. Unsere Haut nämlich ist der erste Schutzwall gegen Eindringlinge von außen, was jetzt keine besonders revolutionäre Erkenntnis ist. Aber wir wissen auch: Wenn die Haut verletzt ist, wenn wir offene Wunden haben, dann sind oft Entzündungen eine Folge, die kann es ja überall geben und nicht nur in der Erkältungswelt. Und wo wir schon bei der Haut sind: Das Wort steckt auch in Schleimhaut, und das ist die erste innere Barriere. Die ist mit bakterienhemmenden  Substanzen besiedelt, Enzyme etwa und Mikroorganismen. Schleim sorgt in den Atemwegen dafür, dass eingeatmeten Schadstoffe kleben bleiben und durch die Bewegung der Flimmerhärchen wieder nach außen transportiert werden. Speichel, Urin oder Tränenflüssigkeit stoppen körperfremde Eindringlinge. Und ja: Auch Husten und Niesen sind auf ihre Art gesund, schließlich werden Erreger dadurch oft nach außen befördert, bevor sie inflammatorischen Schaden anrichten können.

Und wie sieht’s nun ganz tief in uns aus? Auch da gibt es lauter nützliche Tools. Magensäure zum Beispiel: Zersetzt einfach, was Unheil anrichten könnte. Ähnliches gilt für ein gesundes Mikrobiom der Darmflora.

Die Sache ist nur: All das gäbe es nicht ohne das lymphatische System. Das ist eine ziemlich komplexe Sache – und genau deshalb so genial. Es besteht aus den Lymphgefäßen einerseits und andererseits den primären und sekundären lymphatischen Organen. Erstere sind das Knochmark und die Thymusdrüse oberhalb des Herzbeutels, da werden die Abwehrzellen gebildet – die Lymphozyten. Die werden über die Lymphbahnen in die sekundären Organe gespült. Also dahin, wo der Kampf dann wirklich stattfindet: Milz, Bronchen, Mandeln, Lymphknoten … Die Liste ist nicht unendlich. Aber lang.

So im Prinzip funktioniert die Sache schon von allein nicht schlecht. Aber es gibt so einige Faktoren, die eine eigentlich gesunde Immunabwehr schwächen. Alkohol ist einer. Nikotin. Die unterdrücken nicht nur die Produktion gesunder Lymphozyten, sondern fördern das Wachstum von bösen – sprich: Krebszellen. Oder Stress, gar nicht gut. Denn der Körper schüttet unter Stress – ob nun physisch oder psychisch – zu viel Kortisol aus, und das fördert Herz-Kreislauf-Erkrankungen und erhöht die Infektanfälligkeit.

Aber vielleicht sollten wir uns mit den positiven Faktoren beschäftigen. Lachen zum Beispiel: Das unterstützt die Produktion der weißen Blutkörperchen enorm, genau wie Singen. Am besten nicht unter der Dusche, sondern gemeinsam im Chor oder im Fußballstadion (nach Katar, versteht sich).  Atmen ist hilfreich, bewusst und tief und richtig. Yoga und Tai Chi helfen dabei, Immunzellen zu aktivieren. Und, nicht umsonst läuft dieser Beitrag in der Rubrik Entspannung.

Und dann wäre da noch der Schlaf. In der Nacht erholt sich die Körperabwehr nämlich am effektivsten. Regelmäßiger Schlaf von sechs bis neun Stunden schützt nachweislich vor Erkältungen, im Tiefschlaf laufen sämtliche Selbstreparaturmechanismen des Körpers auf Hochtouren. Aber es ist wie auch sonst im Leben: alles in Maßen bitte. Alles über neun Stunden Schlaf ist zu viel – und kann sogar Depressionen begünstigen.

Tja, wir haben’s ja gesagt: ganz schön komplex, das Immunsystem. Da ist es gut, wenn wir genau darüber Bescheid wissen, wie unser Körper so drauf ist. Das schaffen wir mit Hilfe unserer Körperdaten. Und die könnt ihr mit unserer vicoach App nicht nur sammeln, tracken und den Fortschritt einsehen, sondern vor allem auch übersetzen. Denn was nutzt uns das Wissen über bestimmte Daten, wenn wir nichts damit anfange können.

Die vicoach App ist der Übersetzer für eure Körperdaten und zeigt euch genau, wo ihr steht und vor allem, wie ihr eure ganz eigenen Ziele erreichen könnt. Dazu gibt es individuelle Empfehlungen in den Bereichen Training, Ernährung und eben auch Regeneration, damit auch der Schlaf und eure Erholung demnächst nicht mehr zu kurz kommen.

Nicht nur euer Immunsystem wird es euch das danken!