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Jaja, schon klar, Sport ist gut für die Gesundheit. Aber welcher eigentlich? Und wie viel davon? Und zwar jetzt, wo der Winter kommt?

Da lagen sie nun und schnieften um die Wette. Und Valerie ging das gehörig auf den nicht vorhandenen Sack. Denn klar, dass es Victor erwischt hatte in diesem nasskalten Wetter – das wunderte sie kein bisschen. Sport sei Mord, das predigte er seit sie sich kannten. Sie liebte seine gemütliche Teddybärigkeit, aber sie wusste auch: Gesund ist das nicht. Schließlich hatte sie mal irgendwo gelesen, dass das Immunsystem Bewegung braucht, um stärker zu werden. Und Hölle, dafür tat sie quasi alles. Täglich lief sie, selten unter zehn Kilometer, fuhr danach mit dem Rad zur Arbeit, und klar, an Geräte ging sie auch, so oft es ging. Valerie und Victor waren ein extrem harmonisches Paar, aber beim Sport lagen ganze Ozeane zwischen ihnen.

Und nun hatte es sie genauso erwischt wie ihn. Und sie verstand das nicht. Klar, sie waren nah genug beieinander, um beide diesem Rhinovirus ausgesetzt zu sein. Aber wieso konnte ihr Körper damit nicht umgehen?

Weil es beim Sport wie fast immer im Leben ist: Die Dosis macht das Gift.

Bei sportlicher Betätigung schüttet der Körper Adrenalin aus. Das kennt Ihr – es ist ein körpereigenes Stresshormon, das früher dazu diente, vor dem legendären Säbelzahntiger zu fliehen. Und tatsächlich: Schon nach ein paar Sekunden unter Adrenalin steigt die Anzahl der natürliche Killerzellen im Blut an. Auch andere Immunzellen wie Monozyten, Granulozyten und T- sowie B-Lymphozyten tummeln sich nun munter im Blut. Und ja: Je intensiver die Belastung ist, desto mehr Immunzellen werden aktiviert.

Na, ist doch toll. Und wieso ist Valerie trotzdem krank geworden? Könnte vielleicht am Open-Window-Phänomen liegen. Das geht so: Wer sich körperlich stark betätigt, sorgt dafür, dass sich Abwehrzellen im Blut rasant vermehren. Allerdings fällt die Anzahl der Immunzellen in der Entspannungsphase ab. Damit öffnet sich ein Fenster, das es Krankheitserreger besonders leicht macht, den Körper anzugreifen. Das ist auch der Grund dafür, warum übermäßige Anstrengung Erkältungen so stark begünstigt.

Was also kann Valerie in Zukunft anders machen? Na ja, wenn es um ihr Immunsystem geht: Es ein bisschen lockerer angehen lassen. Damit das Abwehrsystem durch die sportliche Betätigung profitieren kann, ist es wichtig, die Trainingsumfänge und -intensitäten nicht zu hoch zu wählen. Laut Studien können zum Beispiel Laufsportler mit 15 bis 25 Kilometern pro Woche ihr Immunsystem positiv beeinflussen, verteilt auf drei bis vier Einheiten. Und das lässt sich genauso auf das Radfahren und Schwimmen übertragen.

Um das Immunsystem mit Sport zu stärken, gibt es aber nicht den „einen“ richtigen Trainingsbereich. Im Allgemeinheit gilt: Etwa 70 Prozent der Trainingszeit sollte locker und mit niedriger Intensität bewältigt werden. Im Anschluss kann man 25 Prozent der Sporteinheit mit mittlerer Intensität rumbekommen. Heißt: So richtig Gas geben, dafür bleiben noch fünf Prozent übrig.

Tja, das wäre ein Lernprozess für Valerie. Sie liebt es, sich auszupowern. Dabei wäre es besser, das Tempo zu drosseln. Oder gleich auf Nordic-Walking, Yoga oder Wassergymnastik umzusteigen.

Oder öfter mal entspannt mit Victor auf dem Sofa zu kuscheln. Denn auch das tut dem Immunsystem verdammt gut.

Mit einem kleinen Schritt vor dem Training auf den mescan wäre hier auch geholfen. Denn der zeigt einem tagesaktuell, wie unser Körper so drauf ist und was eigentlich auf dem Trainingsplan stehen sollte – Training oder doch eher Regeneration?

Da sind sie also wieder – Die Superkräfte unserer Körperdaten, die uns zeigen, wie wir weiterhin gesund bleiben und unser Immunsystem damit noch mehr stärken können.