0

Wenn Ihr das hier lest, haben wir eine starke Vermutung: Sport spielt in Eurem Leben eine Rolle. Aber welche? Wie groß ist sie? Was macht Sport mit Euch? Das ist eine Typfrage. Und die beantworten wir hier.

Okay. Kurze Selbsteinschätzung bitte. Wenn es um Sport geht – seid Ihr dann eher:

  • figurbewusst gesellig?
  • erholungssuchend fitnessorientiert?
  • figurorientierte Stressregulierer?
  • zweckfrei sportbegeistert?

Wenn Ihr diese Frage jetzt noch nicht beantworten könnt: macht gar nichts, kommt ja noch ein bisschen Text jetzt. Aber diese (und noch fünf weitere) Typen von, sagen wir mal: Motivationen dafür, Sport zu treiben, haben Gorden Sudeck und ein paar Kollegen der Uni Bern ausgemacht. Die haben darüber geforscht, warum Menschen denn überhaupt laufen, pumpen, kicken, schwimmen, pritschen und auch baggern – oder lieben zu yogen. Und zunächst einmal herausgearbeitet: Der Hauptgrund für unser Treiben ist, tusch, Trommelwirbel… die Gesundheit.

Auf einer Wichtigkeitsskala von 1 (sehr niedrig) bis 5 (sehr hoch) pendelt der Mittelwert sich bei etwa 4,5 ein. „Aktivierung/Freude“ liegt auf Platz 2 mit 3,9, „Figur/Aussehen“ war immerhin noch knapp über 3 (mittel) – „Wettkampf“ (mit 1,8 zwischen sehr niedrig und niedrig) dagegen wird als Motivation offenbar haltlos überschätzt. Jedenfalls in der Schweiz. Kontakt zu anderen Menschen, Ablenkung und, was immer as bedeutet, Ästhetik ordnen sich übrigens irgendwo dazwischen ein.

37 Fragen haben die Wissenschaftler ihren Probanden gestellt, am Ende kamen die oben erwähnten Typen heraus. Aber machen wir uns nichts vor: Diese Einkategorisierung hat ja nicht nur mit Gemütsvorlieben zu tun oder anderen psychologischen Voreinstellungen, sondern auch mit körperlichen Vorrausetzungen. Wer zum Beispiel bei 1,76 Meter über 100 Kilo mit sich herumschleppt, wird womöglich nicht der örtlichen Marathon-Trainingsgruppe beitreten oder in einer Boulderhalle auftauchen. Die Wissenschaft (nicht nur in der Schweiz) spricht bei diesen Menschen, die zu Bauchansatz und Rundlichkeit neigen, vom endomorphen Typ. Der tut sich in der Regel ziemlich leicht beim Muskelaufbau, dafür aber umso schwerer mit dem Ausdauertraining – klar, der Aufwand, einen schweren Körper strapazierfähiger zu machen, ist deutlich höher als beim nächsten Typ.

Das Gegenteil vom endomorphen nämlich ist der ektomorphe Typ. Oder, auch das Wort wird für ihn gern und öfter benutzt: der leptosome. Der tut sich in der Regel schwer mit Muskelaufbau, dafür läuft er ohne mit der Wimper zu zucken von Athen bis Marathon und zurück – also: mutmaßlich nicht wirklich, aber Ihr versteht, was wir damit sagen wollen. Was der endomorphe dem leptosomen Menschen ohne Frage neidet: Letztere tun sich schwer damit, Gewicht zuzulegen.

Wenn sie das hinbekämen, entsprächen sie dem goldenen Mitteltypen. Dieser ist mesomorph – und ziemlich beneidenswert. Muskelaufbau fällt ihm leicht, Gewichtszunahme ist bei ihm selten ein Problem. Und was den Sport angeht, ist der mesomorphe Typ ein Allrounder – aber keiner für die Extreme. Langstreckenwettbewerbe und Bergetappen bei der Tour de France überlässt der den Leptosomen, Gewichtheben und Sumoringen ist eher was für den endomorphen Menschen. Aber für alles andere haben Mr. und Mrs. Mesomorph die allerbesten Voraussetzungen.

Wahr ist aber auch: Fast niemand ist ausschließlich bloß eine der Eigenschaften. Wahrscheinlich seid auch ihr also Mischformen – sowohl in der physiognomischen Grundausstattung als auch bei Eurer Motivation, Sport zu treiben. Denn klar kann man sich als dicker, kleiner Mann mit Freude in einen Wettkampf werfen, zum Beispiel beim Stabhochsprung oder Badminton. Da liegt die Betonung dann deutlich auf Freude, sportlicher Erfolg dagegen wäre harte Arbeit. Und wenn es tatsächlich, schöne Grüße aus Bern, vordringlich um die Gesundheit geht, dann wäre diese Wahl der sportlichen Betätigung tatsächlich zweifelhaft.

Deshalb: Schaut Euch an. Hört in Euch hinein. Macht den Sport, der Euch am meisten Spaß macht und zu Euch passt. Und bleibt vor allem gesund dabei, indem ihr euch auch um eure Körperdaten bemüht. Denn die sind genauso individuell wie ihr.