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Stoffwechsel? Am Gesprächsthema erstmal so mittelsexy. Wenn man sich aber mal intensiver mit den chemischen Abläufen in unseren Zellen beschäftigt, wird es schnell spannend. Erst recht, wenn man weiß, was Sport mit der Sache zu tun hat

Eigentlich war Antoine Laurent de Lavoisier Jurist, so rein beruflich. Aber der französische Edelmann hatte auch ein Hobby. Nein, das ist zu kurz gesprungen: Die Chemie war seine Leidenschaft. Besonders die Prozesse bei der Verbrennung von Stoffen beschäftigten ihn und machten ihn bald zu einem anerkannten Experten. Dann wandte er sich der Atmung zu, stellte als erster fest, dass Wasser aus Wasserstoff und Sauerstoff besteht, entdeckte Radikale und erfand so ganz nebenbei den Stoffwechsel – na ja: er erfand den Begriff und die grobe Erklärung für das, was in unseren Körperzellen passiert, wenn ihnen Nahrung zugeführt wird. Wie gesagt: Verbrennung war das ganz große Ding des hochbegabten Chemikers.
Lavoisier lebte von 1743 bis 1794 (und hätte es sicher länger getan, wenn ihn die Jakobiner nicht wegen seines Brotjobs als Grundbuchpächter buchstäblich einen Kopf kürzer gemacht hätten), am menschlichen Stoffwechsel wird also seit dem späten 18. Jahrhundert geforscht. Mehr als 200 Jahre später wissen wir ziemlich gut, was beim Stoffwechsel so alles passiert. Viele verwechseln ihn gern mit Verdauung. Die spielt auch eine wichtige Rolle, ist aber nur der Anfang eines ganz schön komplexen Vorgangs – der Stoffwechsel aka Metabolismus umfasst alle biochemischen Prozesse und Abläufe in jeder einzelnen Zelle. Als da wären: Glukosestoffwechsel, Eiweißstoffwechsel, Fettstoffwechsel.
Diese verschiedenen Vorgänge, Ordnung muss auch in einer Zelle sein, laufen immer nacheinander ab, dafür sorgen die Ordnungsbeamten des Körpers – Hormone und Enzyme. Die steuern zum einen den Katabolismus, den Abbaustoffwechsel. Der stellt nämlich den Treibstoff für unseren Körper her, in dem er aus unserer Nahrung Moleküle abbaut und Proteine, Kohlenhydrate und Aminosäuren in Zucker gewinnt, der ja bekanntlich pure Energie ist. Überschüssige Energie, die der Körper gerade nicht zum Überleben braucht, lagert er ein, im Fett und in den Muskeln.
Aber da gibt es ja auch noch den Anabolismus. Der ist, Ihr ahnt es, der Aufbaustoffwechsel, der den Bau und die Reparatur von Zellen unterstützt. Bei diesem chemischen Prozess werden Aminosäuren, Fettsäuren und Glukose wieder in größere körpereigene Zellbestandteile wie Eiweiße, Fette und Kohlenhydrate umgewandelt, und die können für Muskelaufbau,  Wundheilung, Bluterneuerung oder Zellerneuerung verwendet werden.
Okay, klare Sache: Stoffwechsel hängt mit der Aufnahme von Nahrung zusammen. Aber was hat das jetzt mit Sport zu tun, außer, dass Ihr den Stoff wechselt, wenn ihr im Fitnessstudio aus der Jeans in die Funktionskleidung schlüpft?
Ziemlich viel. Denn Bewegung wirkt sich ganz unmittelbar auf die Menge an Energie aus, die der Körper benötigt. Wer den ganzen Tag nur herumliegt oder am Schreibtisch hockt, braucht bloß einen Grundumsatz, der nicht wirklich groß sein dürfte. Führt man sich mehr Treibstoff zu als nötig, wird er, siehe oben, in den Zellen eingelagert. Die Folge: man wird dick. Es sei denn… genau: Man treibt Sport. Oder fährt mit dem Fahrrad zur Arbeit, geht zu Fuß zur Oma, transportiert die Einkaufstaschen ohne Auto nach Haus. Dann kann der Körper nämlich gezielt auf die gespeicherte Energie zurückgreifen. Bewegt man sich dann auch noch regelmäßig und gern, baut man also Sport ganz selbstverständlich in sein Leben ein, hat das den schönen Effekt, dass sich der Grundumsatz erhöht – man kann also mehr essen. Oder Fett abbauen, schließlich bedient sich der Körper nur zu gern bei dem Zeug, das ohnehin in den Zellen lagert.
Aber Bewegung ist dann doch nicht gleich Bewegung. Krafttraining zum Beispiel ist ganz weit vorn in diesem Rechenexempel – Muskeln brauchen mehr Energie als andere Zellen. Wer also Muskeln aufbaut, erhöht seinen Grundumsatz immens und profitiert von dem Nachbrenneffekt, denn auch nach dem Sport verbrennen Muskeln Kalorien, man nimmt quasi im Schlaf ab.
Wer nun lieber Ausdauersport betreibt, sollte Abwechslung einbauen, also: Im Intervall trainieren. Der Wechsel in den Tempi sorgt dafür, dass der Körper an seine Grenzen geht, mehr Sauerstoff verbraucht und somit aufgefordert wird, mehr Energie zu verwenden. HIIT ist ein ganz gutes Beispiel dafür, wie man sich sehr schnell und intensiv in Sachen Grundumsatz beim Stoffwechsel in ganz andere Dimensionen trainiert.
Klingt logisch? Ist es auch. Und reine Chemie. Also ran an den Speck!
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