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Äh… nein, dieses Rio-Reiser-Zitat ist nicht als politisches Statement vor der nahen Bundestagswahl gedacht. Sondern als Aufforderung, gegen freie Radikale vorzugehen, die nicht gut für Eure Zellen sind. Wie das geht? Na ja: vor allem ganz schön lecker

An der Tufts Universität in Boston lehrte einst einer der renommiertesten Neurowissenschaftler der Welt. Professor James Joseph war sich verdammt sicher, das Geheimnis eines langen und gesunden Lebens entdeckt zu haben. Und das bläute er gebetsmühlenartig auch seinen Studenten ein. Ging jeweils sehr schnell, seine Message bestand aus zwei Worten: Esst Beeren!
Das mit dem langen Leben hat bei ihm eher nicht so recht geklappt, als er vor ein paar Jahren starb, war er gerade mal 66 Jahre alt. Und trotzdem: Seine Arbeiten zu Antioxidantien und ihre segensreiche Wirkung auf den Zellschutz gelten als unwiderlegbare Tatsachen. Und in deren Mittelpunkt stehen tatsächlich: Beeren. Die sind, da gibt es keinerlei wissenschaftlichen Widerspruch, wahre Wunderwaffen im Kampf um ein gesundes Leben.
Blaubeeren, Erdbeeren und Co. weisen eine außergewöhnlich hohe Konzentration an gesunden Pflanzenstoffen auf. Sie sind vitaminreich – eine Handvoll Beeren decken die Hälfte unseres Tagesbedarfs an Vitamin C, und das bei einer minimalen Menge an Fruchtzucker. Sie sind das Lebensmittel mit dem höchsten Gehalt an Antioxidantien. Und die verrichten einen wertvollen Job: Sie sind wie ein Schutzschild für unseren Körper.
Wieso das überhaupt nötig ist? Wegen der freien Radikale. Das sind unerwünschte Nebenprodukte des Stoffwechsels, hochaggressive Sauerstoffmoleküle, die ein ungepaartes Elektron besitzen und deshalb eine große Lust am Vandalismus in sich tragen – sie greifen die Zelle an und zerstören sie um ungünstigsten Fall, und das macht krank. Oder alt: Joseph und seine Kollegen machen freie Radikale dafür verantwortlich, dass wir überhaupt altern.

Auftritt Antioxidantien!

Das sind die Vitamine C und E sowie Selen und Zink.  Und vor allem die in den Beeren enthaltenen Anthocyane, die zu den Flavonoiden zählen. Und jetzt kommen die Beeren ins Spiel: Anthocyane verleihen den Beeren ihre rote oder blaue Farbe. Und wenn wir schon von Farbe reden: Je dunkler, desto mehr Pflanzenstoffe, desto gesünder. Sind diese erstmal in der Zelle angekommen, können sie die freien Radikalen abfangen und den oxidativen Stress, des sie verursachen, im besten Fall komplett stoppen, mindestens aber verringern. Wie das? Ganz einfach: Sie geben dem einen ungepaarten Elektron einfach eines ab. Besänftigung durch Paarbildung. Funktioniert ja oft auch beim Menschen.
Also: Beeren – auf Platz eins schwarze Johannisbeeren, knapp gefolgt von Blaubeeren – sind die beste Wette auf junge Haut, junge Zellen, ein starkes Immunsystem und ein stressfreies Leben. Das ist eine gute Nachricht, schließlich sind die nicht nur einfach in der Beschaffung – besonders jetzt im allerhöchsten Sommer – sondern auch ziemlich schmackhaft. Und wenn wir Professor James Joseph Glauben schenken, und das wollen wir trotz seines vorzeitigen Ablebens gern tun, ist es geradezu wurscht, in welchen Darreichungsform wir sie zu uns nehmen.
Okay, dann machen wir es doch besonders lecker. Hier kommt ein Rezept für eine Beerentarte, die unsere Versuchsköchin Kathrin schon einmal in der Küche des Weinguts von Sting in der Toskana gebacken hat, und jawohl,  dem Popstar hat sie ziemlich gut geschmeckt (plus: Wie fit ist der Mann mit knapp 70 bitte?). Und weil sie gerade so beerig in Fahrt ist: Probiert unbedingt ihr Brombeer Crumble. Es lohnt sich. In jeder Hinsicht.

Beeren-Tarte

Teig
  • 80 g gemahlene Mandeln
  • 100 g weiche Butter
  • 40 g Zucker
  • 5 Tropfen Bittermandelöl
  • 1 Prise Salz
  • 120 g Dinkelmehl (Type 630)
  • Fett für die Backform
Füllung
  • 200 g Butter
  • 4 Eier
  • 150 g Zucker
  • 2 TL Bio-Vanille-Extrakt
  • 60 g Dinkelmehl (Type 630)
Belag
  • 500 g gemischte frische Beeren
  • Puderzucker zum Bestäuben

Zubereitung

Teig:
Gemahlene Mandeln, Butter, Zucker, Bittermandelöl, Salz und Mehl zu einem geschmeidigen Teig verkneten. Einen Fladen daraus formen und eine halbe Stunde gekühlt ruhen lassen. Eine Tarteform (26cm Durchmesser) einfetten, gleichmäßig mit dem Teig auskleiden, mehrmals mit einer Gabel einstechen und nochmal eine halbe Stunde gekühlt ruhen lassen.
Den Backofen auf 160 Grad Umluft (180 Grad Ober-/Unterhitze, Gas Stufe 3) vorheizen.
Füllung:
Eier, Zucker, Vanille-Extrakt und Mehl etwa fünf Minuten mit dem Handrührgerät zu einer geschmeidigen Masse aufschlagen. Butter in einem Topf schmelzen und leicht anbräunen lassen. In einem dünnen Strahl unter Rühren zur Masse geben, bis eine Creme entsteht.
Die Creme in die Tarteform gießen und etwa 45 Minuten auf der untersten Schiene des Ofens goldbraun backen.
Belag:
Frische Beeren in Kreisen auf dem Teig anrichten und vor dem Servieren mit Puderzucker bestreuen.

Brombeer Crumble

Für 4 Portionen:

  • 600 g Brombeeren
  • 70 g Rohrohrzucker
  • 100 g Dinkelmehl
  • 100 g gemahlene Mandeln
  • 1 Prise Salz
  • Mark einer Vanilleschote
  • 100 g kalte Butter, in kleine Stücke geschnitten
  • 1 Ei
  • 60 g Mandelblättchen
Ofen auf 160 Grad Umluft (180 Grad Ober-/Unterhitze, Gas Stufe 3) vorheizen
Mehl, gemahlene Mandeln, Zucker, Salz und Vanillemark verrühren. Kalte Butter und Ei dazugeben und mit den Knethaken eines Handrührgeräts oder mit den Händen zu dicken Streuseln verkneten.
Brombeeren in einer Auflaufform oder in WECK-Gläser verteilen. Streuselmasse darüber bröseln. Mit Mandelblättchen bestreuen und im Ofen etwa 30 Minuten backen.