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Das Grundrauschen da draußen wird immer lauter, der Alltag mit Bundeslockdowns und Ausgangssperren immer verwirrender, verreisen sollen wir möglichst auch nicht – wo sollen wir nur hin mit uns? Unser Reisetipp: in unsere eigene Mitte. Das Verkehrsmittel dorthin: Meditation

Fangen wir mit ein paar Zahlen an.
500 Millionen: So viele Menschen meditieren weltweit.
3: Die Zahl der Meditierenden hat sich seit 2012 verdreifacht.
800: Um so viel Prozent hat im selben Zeitraum die Zahl der Kinder zugenommen, die unter Anleitung meditieren. Eine erstaunliche Entwicklung in sehr kurzer Zeit, wenn man sich eine letzte Zahl vor Augen hält:
2600: So viele Jahre gibt es das Meditieren in verschiedenen Kulturen nämlich schon. Mindestens.

Wir könnten hier noch mit anderen Zahlen kommen. Zum Beispiel die vielen Milliarden, die mit der Meditationsindustrie inzwischen jährlich verdient wird. Aber interessanter ist doch eigentlich, dass so viele Menschen diese uralte Kulturtechnik wiederentdeckt haben. Das hat gute Gründe. Zum einen: Meditieren hat die Nische verlassen, in der es jahrzehntelang gesteckt hat. Es ist längst nicht mehr zauseligen Hippies vorbehalten (war es übrigens nie, das war ein reines Vorurteil der Nicht-Hippies, zauselig oder nicht). Und mit einer Religion wird es inzwischen auch nicht mehr verwechselt, obwohl Meditieren gerade im Hinduismus und Buddhismus zum täglich Brot gehört. Zum anderen: Wir wissen mittlerweise ziemlich genau, wie es wirkt.

Das Wort „Meditation“ stammt aus dem Lateinischen, eine griechische Entsprechung gibt es auch. Denken, sinnieren, überlegen steckt in beiden Übersetzungen, aber auch: die Mitte finden. Wer meditiert und dabei tatsächlich seine Mitte findet, steigert nachweislich sein Wohlbefinden, seine Konzentrationsfähigkeit, sein Erinnerungsvermögen. Verlangsamt Alterungsprozesse. Stärkt das Immunsystem und verhindert Rückenprobleme, echt wahr. Der Sex wird besser (Sting und seine Frau Trudi reden über nichts anderes). Alzheimer, Schmerzempfinden, Depression – alles nicht so schlimm, wenn man meditiert.

Aber warum eigentlich? Weil Meditation mit dem Blick nach innen dabei hilft, sich selbst zu sehen. Das, was man wirklich aus sich heraus braucht und will und nicht das, was von außen auf einen hereinprasselt. Das klingt irgendwie esoterisch (ist es nicht) und simpel (wird es irgendwann). Vor allem aber entbehrt es nicht einer gewissen Logik. Schließlich ist Ausruhen so ziemlich das begleitende Allheilmittel bei jedem Leiden. Und Meditation ist der Weg zu innerer Ruhe.

Wer sich auf diesen Weg begibt, sollte erstmal seine Erwartungshaltung überprüfen. Meditation ist kein Ergebnissport, nicht für jeden ist jede Art richtig, und wer zu sehr etwas will, könnte an dieser Zielorientierung scheitern. Aber man könnte ja schon mal den Rahmen schaffen: eine geschützten Platz finden, bequeme Klamotten raussuchen, eine Haltung finden, die zu einem passt – nicht jeder findet den Lotussitz gemütlich. Ein Stuhl geht auch, sogar im Liegen kann meditiert werden (solange man nicht selig einpennt dabei). Handy aus, Tür zu, die Welt aussperren – und dann am Anfang für fünf bis zehn Minuten versuchen, den Geist zu entleeren.

Das ist gar nicht so einfach und erfordert Training. Deshalb sollte man dranbleiben, auch wenn man es anfangs partout nicht hinbekommt, sein Gedankenkarussell auszubremsen. Aber das wird irgendwann, wenn man es schafft, sehr bewusst seinem Atem zu folgen, wie er den Körper flutet, wie ein Bewusstsein entsteht für die Prozesse im Körper, wie nach und nach Äußerlichkeiten abfallen und unwichtig werden.

Das kann man allein hinbekommen. Muss man aber nicht. Das oben erwähnte Headspace (von einem Mönch entwickelt) und andere Apps sind eine Möglichkeit, das Meditieren unter Anleitung zu lernen. Aber es gibt auch Kurse, in quasi jeder Stadt, und wahrscheinlich noch mehr, wenn Corona mal vorbei ist. Die bringen einen unweigerlich auf den Weg in ein entspannteres Leben. Nichts haben wir gerade nötiger.

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