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Gebt’s ruhig zu: Jedes Plätzchen zu Weihnachten bereitet Euch ein schlechtes Gewissen, oder? Hier kommen zu Eurer Entlastung gute Nachrichten: Klassische Weihnachtsgewürze sind extrem gesund. Und wir schenken Euch deshalb zwei Rezepte für eine (halbwegs) heilsame Nachmittagschlemmerei

Es gibt zwei Ereignisse im Jahr, auf die Menschen in großen Teile des Planeten hintrainieren. Zum einen ist das die Sommersaison, das Wort „Bikinifigur“ ist aus unserem Sprachgebrauch einfach nicht wegzudenken. Das andere: Weihnachten. Umstritten ist, ob man sich vorausschauend die zwei bis drei Kilo in den Monaten zuvor abtrainiert, um für die hemmungslose Völlerei zum Fest der Liebe Platz zu schaffen, oder ob man das Zeug per Neujahrvorsatz hinterher wieder loszuwerden versucht. Fakt ist auf jeden Fall: Alle freuen sich auf Weihnachtsessen, und alle haben Seelennöte wegen der gesundheitlichen und figürlichen Nebenwirkungen.

Das ist irgendwie… blöd. Genuss sollte ohne Reue funktionieren, und dazu möchten wir an dieser Stelle einen Beitrag leisten. Denn gerade im Backwerk, das wir in der Adventszeit mit schlechtem Gewissen konsumieren, stecken neben, ja, Zucker und, okay, zugegeben, viel Butter auch äußerst heilsame Stoffe. Die klassischen Weihnachtsgewürze nämlich, Zimt, Kardamom, Vanille zum Beispiel.

Fangen wir mal von hinten an: Kardamom, gerne verwendet in Keksen und Glühwein, liefert reichlich Nährstoffe wie Eisen, Magnesium, Kalium und Kalzium. In der Medizin wird Kardamom als Antiseptikum und Antioxidatium verwendet. Und warum? Weil Borneol, Cineol und Mycren drinstecken. Und die helfen sogar gegen Mundgeruch und Potenzstörungen.

Dann wäre da Vanille. Lecker in so ziemlich jeder Darreichungsform, oder? Aber eben auch ein echtes Wunderding. Denn die Vanilla planifolia – also die echte Vanille – soll, das suggerieren aktuelle Forschungsergebnisse, unsere DNA vor Mutationen am Erbgut schützen. Sie soll Killerzellen stärken und Krebszellen abtöten, man vermutet auch, dass sie oxidativen Prozessen im Hirn vorbeugt und somit Alzheimer aufhält. Wow. Da ist es beinahe schon nebensächlich, dass Vanille schon von den Mayas als Potenzmittel und Aphrodisiakum eingesetzt wurde. Aber eben nur beinahe.

Aber apropos Alzheimer: Auch Zimt ist offenbar eine Waffe gegen das Vergessen, er soll die Bildung der ungünstigen Ablagerungen im Gehirn blockieren und sogar abbauen helfen – das zumindest fanden Wissenschaftlern der University of California 2009 heraus. Noch spektakulärer allerdings: Zimt ist ein wissenschaftlich anerkanntes Mittel gegen Diabetes – zwei Kapseln mit je 500 Milligramm Zimt senken den Blutzuckerspiegel von Typ2-Diabetikern signifikant und dauerhaft. Und regulieren praktischerweise gleichzeitig die LDL-Blutcholesterinwerte sowie die Triglyceride – und zwar um 10 bis 24 Prozent (Cholesterin) und um 23 bis 30 Prozent (Triglyceride). Die Werte des guten HDL-Cholesterins hingegen wurden idealerweise nicht gesenkt.

Tja. Was machen wir jetzt daraus? Wir hätten da einen Vorschlag: Vanilleschnecken mit Zimt und Kardamom, dazu reichen wir einen exotischen Chai-Tee. Schmackhaft, seelenwärmend und zumindest in Teilen sehr gesund. Frohes Fest!

Hier kommen unsere Rezepte:

Vanilleschnecken mit Zimt und Kardamom
ca. 36 Stück

Teig:
500 ml Milch
50 g frische Hefe
100 g Zucker
1/2 TL Salz
2 TL gemahlener Kardamom
150 g weiche Butter
800-840 g Weizenmehl

Füllung:
150 g weiche Butter
80 g brauner Rohrzucker
20 g Vanillezucker
1-2 EL Zimt

Zum Bestreichen:
1 Ei
Puderzucker

Die Hälfte des Mehls in eine Rührschüssel geben und mit Zucker, Salz und Kardamom gut vermischen. Eine Mulde in der Mitte formen. Milch in einem Topf leicht erwärmen, Hefe darin auflösen und in die Milch- und Hefemischung in die Mulde gießen und vermischen. Weiche Butter dazugeben und 10 Minuten kneten. Dabei die andere Hälfte des Mehls einarbeiten. Den Teig 30 Minuten gehen lassen.
In drei Stücke teilen und Kugeln formen. Kugeln jeweils zu Rechtecken ausrollen.

Für die Füllung Butter mit Rohrzucker, Vanillezucker und Zimt vermischen.

Die Rechtecke mit der Buttermischung bestreichen. Zusammenrollen und in 4 cm lange Stücke schneiden. In einer Auflaufform anordnen und noch mal 20 Minuten gehen lassen.

Zwischenzeitlich den Backofen auf 220 Grad vorheizen.

Die Schnecken mit verquirltem Ei bestreichen und 10-15 Minuten backen. Etwas abkühlen lassen und mit Puderzucker bestreuen.

Chai Tee
Zutaten: (für 4 Portionen)

2 Tassen Wasser
1 Tasse frische Milch oder Milchersatz z. B. Haferdrink
3 ganze, grüne Kardamomkapseln
1/2 EL Fenchelsamen
2 Nelken
1/2 TL Anis
1/2 Zimtstange
1 TL frische, fein gehackte Ingwerwurzel
3 EL Honig (erst nach dem Kochen) oder Kokosblütenzucker
2 EL losen Assam Tee oder 2 Teebeutel
und etwas Milch und Zimt zum Dekorieren

Zubereitung:
Die Gewürze im Mörser oder mit dem Messerrücken leicht anquetschen. Mit Wasser und Milch in einem Topf zum Kochen bringen. Umrühren und dann bei geringer Hitze eine Minute weiter köcheln lassen. Dann den Assam Tee hinein geben und alles noch einmal aufkochen. Sobald es kocht, auf kleinste Stufe stellen und zehn bis fünfzehn Minuten ziehen lassen, mit Honig süßen und durch ein Sieb direkt in die Tassen oder in eine Kanne gießen. Vor dem Servieren etwas Milch aufschäumen, den Milchschaum auf den Tee geben und mit Zimtpulver bestreuen.