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Wie konnte es bloß passieren, dass Brot vom lebenswichtigen Gottesgeschenk zum todbringenden Teufelswerk mutiert ist? Wie auch immer: Wir begeben uns auf den Mittelweg – und backen uns ein gesundes Eiweißbrot

Die Menschen, schrieb Fjodor Michailowitsch Dostojewski einmal, „brauchen nicht Freiheit, sie brauchen Brot.“ Ein spanisches Sprichwort sagt: „Mit Brot ist kein Kummer eine Not“. Und Nikolaus von Flüe schrieb schon im 15. Jahrhundert: „In jedem Brot ist die Gnade des allmächtigen Gottes verborgen.“ Der Schweizer konnte das ganz gut beurteilen, der ist schließlich nach seinem Tod heilig gesprochen worden.

Was lernen wir aus alldem? Brot ist nicht nur seit Jahrtausenden Grundnahrungsmittel für weite Teile des Planeten, es ist auch ein waschechtes Soulfood. Einerseits. Andererseits leben wir im 21. Jahrhundert, im Zeitalter der Wissenschaft, und wenn man der folgt, steckt in diesem geliebten Backwerk quasi der schleichende Tod: wertlose Kohlenhydrate, die den Blutzucker hochtreiben, schlimmes Gluten, ach, er hat gelitten, der Ruf des Brotes. Was also tun? Na ja: Finden wir einen Kompromiss. Und backen uns ein gesundes Brot selbst.

Denn wie immer im Leben kommt es auf die inneren Werte an. Unser Brot ist aus dem Bereich Low Carb, enthält überdurchschnittlich viel Eiweiß und so viele gute Körner, dass es eine wahre Pracht ist. Eines davon verdient an dieser Stelle besondere Beachtung: der Leinsamen.

Der nämlich ist mal wieder eines dieser so oft unterschätzen Hammerlebensmittel. Ist ballaststoffreich, voller Eisen, Kalzium, Magnesium und Omega 3-Fettsäuren, er reduziert Heißhunger, unterbindet Entzündungen im Körper, hilft bei der Entgiftung und hey: sogar beim Abnehmen helfen die kleinen braunen Dinger. Im Magen quillt der Leinsamen nämlich auf, Hunger bekommt man so schnell nicht wieder. Und 29 Gramm Eiweiß auf 100 Gramm Korn sind ein absoluter Spitzenwert. Die Muskeln werden es danken.

Und das bedeutet: Dieses Brot ist zugleich Soul- und Superfood. Und wenn Ihr denn tatsächlich an höhere Mächte glaubt: was Nikolaus von Flüe sagt.

Zutaten

• 90g Walnusskerne oder Walnussbruch
• 140g Sonnenblumenkerne
• 100g Leinsamen (am besten vorgekeimte, da der Körper die Omega3-Fettsäuren dann besonders gut aufnehmen kann)
• 40g Flohsamen-Schalen
• 150g Leinmehl (alternativ: Hanf– oder Lupinenmehl)
• 2 TL Salz
• 4 EL geröstetes Walnussöl
• 1 TL Roh-Rohrzucker (alternativ: Kokosblütenzucker oder Dattelsirup)

Zubereitung

1. Gehackte Walnüsse, Sonnenblumenkerne, Leinsamen, Flohsamenschalen und Salz in einer Rührschüssel mischen. Walnussöl, Zucker und 350 ml Wasser mit den Quirlen des Handrührgeräts unterrühren.
2. Den Teig eine mit Backpapier ausgelegte Kastenform füllen und zugedeckt etwa 3 Stunden quellen lassen.
3. Den Backofen auf 180 Grad (Ober- und Unterhitze) vorheizen.
4. Das Brot mit einer Handvoll Leinsamen bestreuen und im Ofen auf der mittleren Schiene 60 bis 70 Minuten backen.
5. Am Ende der Backzeit eine Stäbchenprobe machen: Dazu ein Holzstäbchen in das Brot stecken – wenn beim Herausziehen kein Teig daran klebt, ist das Brot fertig.
6. Das Brot aus dem Ofen nehmen, etwas abkühlen lassen und dann aus der Form lösen. Haltbarkeit: Bis zu eine Woche.

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