Ist ja super! – cardioscan
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Aus Superfood wird Supersaft: Wie man mit Hilfe von Gemüse, ein bisschen Obst und einem neuen Haushaltsgerät nicht nur einen morgendlichen Energieschub für den Tag bekommt, sondern auch noch seinen Darm gesünder macht

In Hamburg praktiziert seit knapp 40 Jahren eine Heilpraktikerin, die ihre neuen Patienten streng über ihre Lesebrille hinweg anschaut, dann kurz und bedeutungsschwanger schweigt, um schließlich mit erhobenem Zeigefinger zu dozieren: „Der Tod lauert im Darm!“ Das hat sie nicht erfunden, dieser Ansicht waren schließlich schon Doktor John Harvey Kellogg (seltsam, dass er aufgrund dieser richtigen Annahme ausgerechnet Erdnussbutter und Cornflakes erfand) sowie jeder, der sich auch nur ein bisschen mehr als oberflächlich mit Ayurveda beschäftigt. Wie zum Beispiel die amerikanische Ärztin Kulreet Chaudhary, die – wie nennt sie sie doch gleich? Ach ja: „Stoffwechselpowersäfte“ entwickelt hat.

Was uns in der Vorbereitung zum oben erwähnten Haushaltsgerät bringt. Für diese Säfte tun es handelsübliche Entsafter nicht. Man braucht einen Slowjuicer, für die man sehr viel Geld ausgeben kann. Muss man aber nicht: Es gibt sehr gute Geräte für unter 100 Euro, die eine ziemlich vernünftige Investition in die eigene Gesundheit sind – durch die langsame Verarbeitung des Gemüses entsteht weniger Hitze, die wertvollen Bestandteile bleiben erhalten. Außerdem kommt am Ende nur der pure Saft heraus, die Pflanzenfasern werden komplett extrahiert. Das macht den Saft kalorienärmer und besser verdaulich. Und damit beginnt sie schon, die Darmsanierung.

Okay, kommen wir nun zu dem Saft, zu dem uns Chaudhary in ihrem Buch „Wie neu geboren durch modernes Ayurveda“ (ist deutlich besser als sein Titel) inspiriert hat. Tatsächlich haben wir die Rezepte von zwei Säften aus dem Buch zu einer Eigenkreation gemorpht. Und die geht so:

1 Gurke (in Stücke geschnitten)

¼ bis ½ Kopf Rotkohl (in Streifen geschnitten)

1 Rote Bete (geschält, in Würfel)

2-3 Stangen Sellerie (in Stücke geschnitten)

2-3 Karotten (in Stücke geschnitten)

1 Zitrone geviertelt mit Schale

1 Apfel (Kerngehäuse entfernen)

Handvoll Koriander und/oder Babyspinat

1 TL grünes Pulver aus (z.B. Spirulina, Gerstengras, Weizengras, Grünkohl oder Brennessel)

Wichtig sind zwei Dinge. Zum einen, dass der Gemüseanteil 90 Prozent übersteigt. Sonst würde der Saft zu zuckerhaltig werden – nicht gut für den Blutzuckerwert und die Kalorienzufuhr. Und zweitens: Alle Zutaten müssen Bio sein. Einfach, weil’s besser ist. Und weil wir das so wollen.

Wir könnten zu jeder Zutat erzählen, warum sie gut für Dich ist. Aber so viel Zeit haben weder wir noch Du, deshalb exemplarisch hier nur mal spannende Infos zu einem Gemüse, dass Du sonst nur durchgekocht zur Weihnachtsgans bekommst. Genau: Wir sprechen vom Rotkohl.

Rotkohl enthält vier wichtige Nährstoffgruppen – zwei klassische , nämlich  Vitamine (A, C, E, B1, B2, B3, B5, B6 und Folsäure, um sie mal genannt zu haben und Mineralstoffe  (und zwar Natrium, Kalium, Calcium, Magnesium, Phosphor, Schwefel, Chlorid).

Ziemlich interessant sind aber die Anthocyane,  ein sekundärer Pflanzenstoff, der typisch ist für violette und blaue Gemüsesorten. Und antioxidativ wirkt – das kann Krebs, Diabetes, Alzheimer, Parkinson und so einigem anderen Unbill nicht nur vorbeugen, sondern auch den Heilungsprozess beschleunigen. Und dem Darm, darauf legt der Ayurvede bekanntlich wert, tun sie ebenfalls gut.

Und dann sind da noch die Senfölglycoside, die in Kohl vorkommen und total Anti drauf sind. Nämlich: antientzündlich, antibakteriell, antioxidativ. Gegen Tumore und ein schwaches Immunsystem sind sie auch noch.

Rotkohl. Voll das Superfood. Hätte man so auch nicht gedacht, oder?